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 30. Juni 2010 - Ausgabe Nr. 4
ARGEV Letter



Tagung "Evaluation der Sonderschulung"
Drei Fragen an: Hannes Tanner
Neues Q2E-Bewertungsraster
Aus den Kantonen: Erste Staffel der externen Schulevalution in Obwalden abgeschlossen
Aus den Kantonen: Rahmenkonzept zum Qualitätsmanagement, Kanton OW
Aus den Kantonen: Jahresbericht des Kantons Zürich
Demnächst: Tagung "Wirkungen und Wirksamkeit der externen Schulevaluation"
Weiterbildungsangebote zur Evaluation


Tagung "Evaluation der Sonderschulung"


Am 17. Juni 2010 fand die ARGEV-Fachtagung "Evaluation der Sonderschulung" statt. Nach einem Hauptreferat von Peter Lienhard und Christian Liesen konnten die Teilnehmenden in verschiedenen Workshops konkrete Beispiele von Sonderschulevaluationen kennenlernen. So genannte Berichterstattende beobachteten die einzelnen Workshops und stellten in einem Schlussplenum die wichtigsten Ergebnisse vor. 

Die Präsentationen der Hauptreferenten sowie der Leiterinnen und Leiter der sechs Workshops sind auf der ARGEV-Webseite aufgeschaltet.  

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Drei Fragen an: Hannes Tanner

Hannes Tanner ist Geschäftsleitungsmitglied der Fachstelle für Schulbeurteilung des Kantons Zürich. Er gestaltete die Tagung "Evaluation der Sonderschulung" inhaltlich federführend zusammen mit Dorothee Widmer, Vizepräsidentin der ARGEV, Ursula Witschi von der Fachstelle Externe Schulevaluation Kanton Aargau sowie Peter Lienhard und Christian Liesen von der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH).  

Wie es ist zur Tagung "Evaluation der Sonderschulung" gekommen?
Die ARGEV definierte für die Jahre 2009-11 die Evaluation der Sonderschulung als einen ihrer Arbeitsschwerpunkte. In diesem Rahmen beauftragte sie Peter Lienhard und Christian Liesen von der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik, eine Bestandesaufnahme von Modalitäten der Evaluation der Sonderschulung in den Schweizer Kantonen zu erstellen.
Die beiden Autoren der Studie präsentierten die ersten Ergebnisse an einer ARGEV-internen Veranstaltung im August 2009. Dabei wünschten die Teilnehmenden, vertiefte Einblicke in konkrete Beispiele der Sonderschulevaluation zu erhalten. Zudem sollten die an der Qualitätsentwicklung und -sicherung beteiligten Aufsichtsorgane und Sonderschulinspektorate in die Diskussion miteinbezogen werden. Mit der Fachtagung hat die ARGEV diesem Wunsch entsprochen.

Welches waren für Sie die wichtigsten Ergebnisse?
Als Schlussfolgerungen formulierten Peter Lienhard und Christian Liesen am Ende ihres Berichtes fünf Entwicklungshinweise bzw. Thesen. Sie befürworten unter anderem eine korrespondierende Gestaltung von Evaluationsverfahren im Regel- und Sonderschulbereich. Die integrative Zielrichtung und Neugestaltung von Son­derschulen lege auch für die Evaluation von Sonderschulen den Verzicht auf eine Sonderlö­sung nahe. Der Appell, nur in begründeten Fällen von einheitlichen Evaluationsverfahren abzuweichen, bekräftigt die bisherige Strategie einer vernetzten Qualitätskontrolle und Qua­litätssicherung.

Wie geht es weiter?
Peter Lienhard und Christian Liesen postulierten ausserdem interkantonale Kooperationen und einen interkanto­nalen Austausch über die Erfahrungen mit spezifischen Instrumenten der Evaluation von Son­derschulen. Die ARGEV muss sich demzufolge überlegen, ob und wie sie sich über die Tagung hinaus als Fachverband in Fragen der Evaluation von Angeboten der Sonderschulung engagieren möchte.    

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Neues Q2E-Bewertungsraster


Im Mai 2010 haben Norbert Landwehr und Peter Steiner die Standards und Bewertungstabellen zum Qualitätsmanagement nach Q2E neu aufgelegt.

Zwei Entwicklungen machten die grundsätzliche Überarbeitung des bestehenden Rasters nötig: Das schulinterne Qualitätsmanagement hat sich weitgehend etabliert und gehört an vielen Schulen zu den regulären Aufgaben der Schulführung. Ebenso ist die externe Schulevaluation heute in vielen Schweizer Kantonen und deutschen Bundesländern fester Bestandteil der staatlichen Schulaufsicht – der Daten gestützte Blick von aussen ist selbstverständlich geworden.

Die nun vorliegende Publikation legt in einem ersten Teil die Veränderungen des modifizierten Rasters gegenüber dem ursprünglichen dar. Im zweiten Teil werden die Standards zu neun Dimensionen mit Leitsätzen aufgeführt. Im dritten schliesslich sind die vierstufigen Bewertungstabellen zu den Dimensionen aufgenommen. Neu werden bei der Zertifizierung künftig zwei Niveaus unterschieden: Q2E-Advanced und Q2E-Master. 

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Aus den Kantonen: Erste Staffel der externen Schulevalution in Obwalden abgeschlossen

Die Abteilung Schulaufsicht/Evaluation des Amtes für Volks- und Mittelschulen Obwalden evaluierte in Zusammenarbeit mit den Kantonen Nidwalden und Uri (NORI-ESE) von 2003 bis 2009 sämtliche Volksschulen des Kantons. Der nun vorliegende, zusammenfassende Bericht zeigt in vielen Bereichen ein positives Bild der Schulen in den sieben geleiteten Gemeindeschulen. Sie haben im Verlaufe der ersten Staffel an grundsätzlichem Qualitätsverständnis gewonnen und konnten vielerorts mit dem Qualitätssiegel „gut“ ausgezeichnet werden. Einzelne Teilbereiche des Schulalltags erhielten auch die Bewertung „sehr gut“. Nur wenige Qualitätsaspekte müssen aus kantonaler Sicht flächendeckend als noch nicht ganz genügend bezeichnet werden, zum Beispiel die Mitbestimmungsmöglichkeiten von Schülerinnen und Schülern, von Eltern und Lehrpersonen, die Begabtenförderung sowie infrastrukturelle Gegebenheiten. Angesichts der positiven Rückmeldungen hat der Kanton keine generellen Massnahmen festgelegt.
Der vollständige Bericht
     

Im Anschluss an die Berichterstattung überprüfte die Abteilung Schulaufsicht/Evaluation auch sich selber und die eigene Evaluationspraxis (z.B. mittels externer Expertensicht). Die Ergebnisse fliessen in eine etwas veränderte Praxis der zweiten Staffel sowie in die interkantonale Zusammenarbeit mit Uri und Nidwalden ein.

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Aus den Kantonen: Rahmenkonzept zum Qualitätsmanagement, Kanton OW


Zeitgleich mit der Beendigung des ersten Zyklus von externen Schulevaluationen hat das Amt für Volks- und Mittelschulen Obwalden ein Rahmenkonzept zum Qualitätsmanagement an den Volksschulen verabschiedet. Auf drei Ebenen – Lehrpersonen, Schule, Kanton – werden verbindliche Standards geschaffen, die in zwölf Elementen das Qualitätsmanagement im Detail festlegen (wobei das vorliegende Rahmenkonzept selber ein Element darstellt).

Ebenfalls definiert werden die Rollen und Aufgaben der einzelnen Träger der Qualität an den Schulen wie auch der Qualitätszirkel. Zusätzlich erarbeitet der Kanton ein Konzept der Schulaufsicht. Mit diesen beiden Konzepten wird es in einem zweiten Zyklus einfacher sein, zwischen Handlungsfeldern der Aufsicht und der Evaluation zu unterscheiden.

Das kantonale Rahmenkonzept zum Qualitätsmanagement an den Volksschulen soll alle drei Jahre überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

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Aus den Kantonen: Jahresbericht des Kantons Zürich


Im Mai 2010 hat der Kanton Zürich den zweiten Jahresbericht vorgelegt. Darin präsentiert er die wichtigsten Ergebnisse der externen Schulevaluationen 2008/2009.  

Ein besonderes Augenmerk legt der Bericht auf die Qualität der schulinternen Zusammenarbeit. Zahlreiche Schulen haben dieses Qualitätsthema für die Fokus-Evaluation gewählt. Auf der Basis der Ergebnisse von Schulen, die hier gut abschnitten, lässt sich die schulinterne Zusammenarbeit detaillierter beschreiben:

  • Die anfänglichen Investitionen mit einer gewissen Mehrbelastung werfen mittel- bis längerfristig individuelle Erträge für die Lehrpersonen ab.
  • Die schulinterne Zusammenarbeit stabilisiert die Schule als Organisationseinheit und bietet Gewähr, dass diese über die notwendigen Voraussetzungen sowie Ressourcen für zukünftige Entwicklungen verfügt.

 

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Demnächst: Tagung "Wirkungen und Wirksamkeit der externen Schulevaluation"

Am 2. Juli 2010 findet in Baden die von der ARGEV, der Fachhochschule Nordwestschweiz sowie dem Forum Bildung initiierte Tagung "Wirkungen und Wirksamkeit der externen Schulevaluation" statt. Detailinformationen sowie das definitive Programm sind auf unserer Webseite aufgeschaltet

Über die Ergebnisse der Tagung berichtet die ARGEV im nächsten Newsletter. 

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Weiterbildungsangebote zur Evaluation

Im Herbst 2010 startet der zweite Studiengang "Master of Advanced Studies in Evaluation". Die Anmeldefrist endet am 5. Juli 2010. Die verschiedenen Module des Studiengangs können auch einzeln gebucht werden. Die ersten zwei Module:

- Meta-Evaluation und Evaluationsforschung, 22.-24. September 2010
- Professionelle Datenbankrecherche, 29. Oktober 2010
Weitere Informationen

Bereits gestartet ist der Studiengang "Diploma of Advanced Studies in Evaluation". Auch hier können Module - sofern nicht ausgebucht - noch einzeln besucht werden. Die nächsten freien Module: 

- Gruppenmethoden in der Evaluation, 21.-23. Oktober 2010
- Programmtheorien und logische Modelle, 2.-4. Dezember 2010
Details und Anmeldung 

 

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